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Der Sühnetod Jesu.

Dave | 30. März 2009

Es ist Ostern. Ein hohes, kirchliches Fest. Wie jedes Jahr erhitzen sich die Gemüter und es gibt grundlegende Diskussionen um grundlende Themen des christlichen Glaubens. So weit ist das ja nicht neu.

Doch einen kleinen Unterschied gibt es: war bis kurz vor seinem Tod Rudolf Augstein (Gründer des Magazins “spiegel”) verantwortlich für diese Debatten, da er ihnen immer wieder mal die Titelseite seines Magazins widmete, kommen die Querschüsse nun aus den eigenen Reihen. Sozusagen Querschläger. Ein Präses (= Bischof) und ein Theologieprofessor.

Präses Nikolaus Schneider und Theologieprofessor Klaus-Peter Jörns zweifeln immer mehr daran, dass Jesus stellvertretend als Sühne für die Schuld der Menschen gestorben ist.

Was gibt es denn dann eigentlich noch zu feiern an Ostern? Wäre Ostern dann nicht einfach nur die Erinnerung an ein einmaliges, total abgefahrenes Ereignis - nämlich, dass ein Mensch von den Toten auferstand? Oder würde es dennoch mehr Hoffnung geben?

Ein paar weiterführende Links:

Jesu Tod war ein Sühneopfer: www.brunner24.com/jesu-tod-war-ein-suhneopfer/

Gott braucht kein Sühneopfer: ekir.de/ekir/dokumente/SchneiderChrismonPlusRheinland0409.pdf

Neue theologische Debatte über Opfertod Christi: epd.de/nachrichten/index_63903.html

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wg, die zweite.

Karoline | 28. März 2009

es ist samstagmorgen – herrlich dieses lange ausschlafen. moment, ich kann heute nicht lange ausschlafen, muss um 11 akten im archiv zurückgeben. will einen blick auf die uhrzeit werfen. der wecker zeigt keine an! schreck. aufgesprungen, handy gezückt. 7:48, alles in bester ordnung, zurück ins bett. dabei beschleicht mich ein beunruhigender gedanke: dass mein wecker keine uhrzeit anzeigt, kann nur bedeuten, dass er kein strom hat. schlafen ist nicht mehr drin.
als ich kurz darauf aufstehe, stelle ich mit meiner mitbewohnerin fest, dass in meinem zimmer alle steckdosen+deckelampe tot sind, in ihrem zimmer alle dosen-deckenlampe. in küche und bad funktioniert glücklicherweise alles noch.
der brief an den vermieter war noch gar nicht raus, weil ich erst heute das protokoll von unserem elektriker bekommen sollte, nun denn, jetzt müssen wir gezwungenermaßen telefonisch ran, sonst sitzen wir heute abend im dunkeln. ich rufe ihn an, erzähle, wir hätten seit heute morgen keinen strom mehr, er lässt sich das ganze beschreiben, meint, er würde seinen elektriker anrufen. ich erkläre ihm, dass wir zu dem ein „geringeres“ vertrauen hätten, nachdem er die letzte steckdose, die er uns eingebaut hat, nicht mal mehr geerdet hatte, er meint, er arbeite mit ihm schon seit 20 jahren zusammen. nun denn, soll er mal kommen, der elektriker. der ruft mich auch am vormittag an, lässt sich das ganze schildern und fragt: „soll ich dann wirklich schon heute kommen oder reicht ihnen das nicht auch montag?“ hallo? witzbold. ich mache ihm klar, dass er heute kommen soll. das tut er dann auch, 30 minuten später als angekündigt, was ich verschweige. er sucht alles ab und verweilt schließlich länger vor der steckdose neben meinem bett.
rückblick: vor einer woche, nachdem unser elektriker da war, sauge ich die wohnung. fertig will ich den stecker aus der steckdose neben meinem bett rausziehen – es stinkt. ich wundere mich, es riecht nicht verbrand und verfliegt auch schnell. dennoch nehme ich den stecker die ersten nächte danach aus der steckdose, you never know. in meiner umgebung macht man sich über diese sich ausbreitende paranoia bei mir lustig, weshalb ich es bald wieder lasse.
zurück in der gegenwart: er öffnet die steckdose. fazit: verkokelt, wie beim letzten mal, daran hats gelegen. alles nicht so tragisch, meint er und baut eine neue ein (ob er die wohl geerdet hat? ich werde sie zunächst eh meiden). nicht so tragisch? wir haben uns bei unserem elektriker letzte woche erkundigt, er meinte, die geschichten, nach denen häuser aufgrund von kabelbrand abfackeln kommen nicht daher, dass das kabel an sich brennt, sondern dass funken aus der steckdose brennbares material in der nähe treffen. brennbares material – direkt neben der steckdose steht mein bett und darauf zum zeitpunkt des ausfalls ein schlafendes ich. ausreichend brennbares material, denk ich mal. weiß nicht, wie der so locker sein kann.
zum schluss wirft er noch einen blick auf das protokoll unseres elektrikers. ja, er stimmt dem ganzen zu (unglaublich!!), aber er findet das offenbar nicht so tragisch und versucht mich damit abzuschrecken, dass er meint, wenn man das beheben würde, bedeute das offene wände und eine woche baustelle. ich sage ihm nicht mehr, dass mir das in anbetracht der tatsache, dass ich vergangene nacht gut hätte abfackeln können, herzlich egal ist, sondern danke ihm, dass er so spontan am wochenende vorbeigekommen ist.
der brief an unseren vermieter fällt jetzt natürlich deutlich gewürzter aus. die juristischen hunde der rückendeckung haben nicht mehr nur hochstehende nackenhaare, sondern knurren gefährlich. auch wenn man die tonleiter von unten spielt, wir sind jetzt ein paar oktaven höher angekommen.
letzte nacht ist zudem (zufall?) der spiegel in unserem bad von der wand gefallen und in 1000 stücke zerborsten. wenn wir abergläubig wären, würde das 7 jahre pech bedeuten. aber ich hab gehört, aberglaube bringt unglück…

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wg, die erste.

Karoline | 22. März 2009

unglaublich, aber wahr: das wg-leben bietet wirklich eine menge von „das wäre jetzt was für nen blog“-momenten. und damit meine ich nicht klischeehafte berichte über dreck, party und kotzerei, an die ihr jetzt denkt – obwohl, kotzerei gab seitens meiner mitbewoherin auch schon…(leute: NIEMALS thunfisch in der geöffneten dose aufbewahren. ich weiß nicht, was metall+luft damit so alles treiben, aber es lässt euch bei einem 2 tage verspäteten „genuss“ kurz danach rückwärtsfrühstücken.)
wie dem auch sei, wir hatten zumeist unspektakulärere erlebnisse, oder zumindest solche, die nicht so hart an der ekel-grenze kratzen. z.b. lustige, kurzweilige begegnungen mit der geschenkten waschmaschine oder aber: wir sind zu dritt in der wohnung, es stinkt. es stinkt verbrannt. nach verbranntem plastik. wir laufen schnüffelnd die wohnung ab, werden aber nicht fündig, nach einer weile hat sich alles verflogen. nächster morgen: meine mitbewohnerin macht sich frühstück. es stinkt wieder, ihre füße folgen der nase in die küche: über dem laufenden wasserkocher steigt weißer qualm aus der steckdose, die diesen betreibt. sie zieht alles raus, macht alles aus, erzählt mir die geschichte später.
mh, skepsis, normal ist das nicht.
anruf beim vermieter, elektriker kommt einige tage später, macht die steckdose auf, alles verkokelt, kurz vor kabelbrand (na super!). er wundert sich über die kabel, meint, das sehe aus, als hätte es ein laie gebaut, bastelt uns eine neue steckdose ein und geht.
skepsis bleibt.
mehreren leute, die unsere wohnung besucht hatten, waren die auf putz (wie hübsch) verlegten kabel unangenehm ins auge gefallen.
skepsis nagt.
nehme das angebot meiner eltern an, einen unabhängigen elektriker ihres vertrauens einen blick auf unsere elektrik werfen zu lassen. der war heute ab 8 (was eine zeit für studenten in den semesterferien) da. erzähle ihm alles, er öffnet zuerst die von seinem kollegen vor einigen tagen erst verschlossene steckdose und meint gleich: „das war kein elektriker – die dose ist ja noch nicht mal geerdet!“ (super, wird ja immer schöner! nicht nur marode leitungen, sondern auch total unfähige leute, um sich den problemen zu widmen!) auch was er dahinter findet, gefällt ihm nicht: flexible, viel zu schwache leitungen, nichts, was unter putz gehört, „lautsprecherkabel“ sagt er immer wieder…er schließt uns nur ein drittel davon wieder an, alles nicht vorschriftsmäßig, wir sollten unsere großen geräte wohl lieber vorerst nicht laufen lassen. in den restlichen zimmern siehts ähnlich aus, eigentlich würde er nichts davon wieder anschließen, aber er kann uns ja nicht ganz totlegen, sowas habe er seit 30 jahren nicht mehr gesehen. sein fazit: „um ehrlich zu sein: das ist alles schrott hier“ – nach einer stunde (!) verlässt er mit einem mitleidigen gesichtsausdruck unsere wohnung. er war super nett und hat auf alle doofen fragen (die es eigentlich ausschließlich gab) geduldig geantwortet, das ganze bedauern über die nachrichten, die er uns geben musste, sammelt sich im ton seines “auf wiedersehen”s.
und nun? der vermieter ist natürlich als nächstes dran - wird von uns das protokoll vorgelegt kriegen. es geht gerade erst los. *was ein spaß* - werden wir wohl nach gerade mal 2 bzw. 4 wochen in der neuen wohnung erstmal wieder für 4 ausziehen müssen, weil die hier die wände aufstemmen? tatsache ist, die wohnung befindet sich kabelmäßig wohl in den 50ern – als mädels im 21. jahrhundert haben wir allerdings mehr geräte mit steckern als schuhe in der wohnung – und glaubt mir leute: das will bei uns schon was heißen…

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was wäre wenn…myspace plötzlich aufhörte zu existieren

JohannesR | 17. März 2009

Ist euch das schon mal aufgefallen? Immer mehr Bands, auch christliche, haben keine eigene Homepage mehr. Statt dessen wird freudig auf MySpace gebloggt, Bilder eingestellt, Kommentare geschrieben und Gefühlslagen preis gegeben. Doch hat sich eigentlich schon mal jemand überlegt was passiert, sollte MySpace eines Tages nicht mehr sein?

Viele, gerade kleinere Bands, die früher mehr oder weniger hübsch gemachte Websites hatten, haben inzwischen “nur” noch einen MySpace Account. Im Prinzip eine tolle Sache: Kein Programmieraufwand, jeder weiß, wie man die Band findet (myspace.com/bandname) und Hörproben kann man auch gleich hochladen. Allerdings, sollte MySpace aus irgendwelchen Gründen eines Tages nicht mehr existieren, haben diese Bands im schlimmsten Fall gar nichts mehr: Von Bildern existieren teilweise keine Backups, Blogeinträge sind weg und niemand weiß mehr, wie man die Band erreichen kann. Die Künstler machen sich abhängig von einer Plattform, über die sie keinerlei Mitbestimmungsrechte haben. MySpace kann schalten und walten, zur Not sogar aus irgend einem Grund den Account löschen oder sperren.

Natürlich ist es eher unwahrscheinlich, dass MySpace in nächster Zeit komplett vom Bildschirm verschwindet. Dennoch kann man den Bands nur empfehlen, sich entweder eine unabhängige eigene Website anzulegen oder aber sich bei mehreren Communities mit hohem Pflegeaufwand einzutragen, um, im Falle eines Problems, über diese anderen Plattformen erreichbar zu sein. Ein guter Tipp ist hier sicher die SOUND7-Artistdatenbank. Dann noch eine eigene Domain sichern und einfach dorthin umleiten, wo es die wichtigen Infos gibt, fertig!

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isn’t she lovely…

Karoline | 15. März 2009

es gibt so tage, die sind besser dazu geeignet, das licht der welt zu erblicken als andere. zum beispiel der frühlingstag im jahre 2009, an dem die ersten krokusse in berlin ihre farbenpracht zwischen herbstlaub zeigen. das hat sich vermutlich auch die kleine mira-noée gedacht. und sich deshalb den gestrigen tag ausgesucht.

 

mira-noée lechner, 52 cm groß, 3600 g schwer.
geboren am 14. märz 2009, 20.30

mit diesem entschluss hat sie ihre eltern dann doch etwas überrascht. was soll man auch als stratege machen, wenn sich so ein kleines mädel in den kopf gesetzt hat, den moment ihres auftritts selbst zu bestimmen? ;) von 10 bis 20.30 hat sie folglich ihre eltern auf trap gehalten - doch dann war sie da und auf einmal ist alles anders. wieder ist das wunder der geburt vollbracht, wieder hat eine neue generation die bretter der welt betreten. und dieser erste auftritt lässt sich nicht lumpen: eine sehr toughe erscheinung vor der kamera, die für ihr alter (wenige stunden) schon ziemlich wach in die welt guckt - bereits jetzt eine kleine denkerin.
nun noée - wir sind gespannt auf dich und heißen dich herzlich bei uns willkommen!

*karoline

ps: ach und fräulein lechner, unter uns - dein papa hat sich ein anfänger-baby gewünscht. von den möglichkeiten deines schrei-organs habe ich telefonisch bereits eine harmlose kostprobe bekommen, vielleicht verschonst du ihn damit noch ein wenig. und bei den ersten 20 windeln, sei einfach verständnisvoll… ;)

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abschluss ohne abschluss.

Karoline | 5. Februar 2009

es klingelt an der tür. “post” ruft es aus der gegensprechanlage. gefühlte 5 minuten später tritt der postbote aus dem aufzug - hat nur briefe in der hand. seit wann bringt die post - dieses knallgelbe serviceunternehmen mit sympathiefaktor - die briefe zur tür? “einschreiben für karoline kuhla” - oh, das bin ich. der stempel von der uni drauf…sollte das? nein, das wäre ja fast nicht möglich. unterschrift, tschüss-gesagt, tür zu, umschlag auf: tatsache. b.a. offiziell jetzt. hier steht es schwarz auf weiß auf meinem zeugnis.
ich gucke mich um: keiner zu hause. ich bin b.a. - so what?
vor einem vierteljahr hat mein bruder staatsexamen gemacht und wenn die juristen etwas wissen, dann, wie man sich selbst feiert (kleiner seitenhieb ;)): es gab reden, es gab blumen, es gab viele schick angezogene leute, es gab musik, es gab sekt, es gab ein buffett und jeder wurde namentlich aufgerufen: zeugnis, blumen, foto mit dem dekan beim händeschütteln.

ich hab nicht mal dem postboten die hand geschüttelt…

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Uni to go - Ohne Internet gehts nicht mehr

Micha Prechtel | 29. Januar 2009

Das Studenten Arbeitsmaterialien, Skripte, Übungen und Aufgaben über das Internet bekommen
kann ist schon längstens Alltag an den Unis und Fachhochschulen.
Genauso ist jedem Studenten klar, dass man sich nur noch online für
Kurse anmelden kann. So werden sogar schon Prüfungen am PC
geschrieben und nur noch elektronisch verarbeitet. Klar, das ist
einfacher, geht schneller und ist sogar sicherer, im Gegensatz zu den
herkömmlichen Prüfungen mit Papier und Stift, meinen einige
Professoren dazu. Auch das neuerdings vier deutsche Eliteunis ihrer
Vorlesungen über iTunes jedermann zugänglich machen ist
schon keine Neuigkeit mehr. Was kann also einen heutigen Studenten,
der mit allen Raffinessen der modernen Computerwelt vertraut ist
heute noch überraschen? Wohl kaum die Dozentin, die das Feedback
für Referate nur noch nach der Sitzung per Worddatei verschickt
und Seminarsitzungen per Digicam protokolliert?

Dann doch eher meine Professorin für
Geschichte der Naturwissenschaften und Technik, die die Termine für
die mündlichen Prüfungen mittlerweile nicht mehr
mündlich/schriftlich festlegen kann, sondern dafür eine
Doodle-Umfrage einrichten muss! Hört sich jetzt auch nicht so
spektakulär an, wenn man an überfüllte Hörsäle
mit hunderten von Studenten denkt. Würde da zwar im Chaos enden,
aber um für die drei(!) Prüflinge die diesen Schein
brauchen sollte wohl auch die normale zwischenmenschliche
Kommunikation reichen.

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Interview mit Rob Bell - mit Deinen Fragen?!

Dave | 29. Dezember 2008

Aller Voraussicht nach werde ich Mitte Januar ein Exklusiv-Interview mit Rob Bell für den Message-Bereich auf SOUND7.DE führen. 

Vielen von euch ist Rob Bell bekannt, ansonsten hier noch ein paar Links:

http://www.marshill.org/
http://www.marshill.org/about/contact.php
http://en.wikipedia.org/wiki/Rob_Bell
http://www.nooma.com/
http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,1692051,00.html
Was wolltest Du schon immer von Rob Bell wissen? Schreib uns Deine Fragen (via Email oder hier als Kommentar). Ich bin gespannt!
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Schon mal so was gesehen?

Dave | 21. Dezember 2008

Auch wenn die Musik nachträglich zu den Bilder gemixt ist - irgendwie skurril, traurig oder einfach nur komisch, dass es irgendwie zu passen scheint - oder irre ich mich?

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ausgerechtigende gleichheit?

Karoline | 3. Dezember 2008

als ich über diesen beitrag sinnierte, fuhr ich glatt eine station zu weit mit der ubahn. passiert mir ungefähr zweimal im jahr und ist an sich kein gutes zeichen. diesmal lag es vermutlich an diesem jungspundigen musikanten, der einige minuten zuvor mit einem „nag nag nag ooo wans ohr“ versuchte, zu überzeugen – hätte er nicht einigermaßen töne und rhythmus getroffen, man hätte dylans „knocking on heavens door“ nicht erkannt. normalerweise gebe ich den ubahnmusikanten immer was, aber wer den text nicht kann, der kriegt nix. und dann bin ich zu weit gefahren. ausgerechtigende gleichheit?
worüber ich eigentlich zu schreiben gedachte und jetzt auch schreiben werde, ist thomas, genannt tomek, der als live!speaker in der nationalgalerie arbeitet und den ich dort neulich sehr aufgelöst fand. er erzählte eine geschichte, die kurzgefasst, so klang: tomek steigt in den bus. dafür zeigt tomek seinen fahrschein vor. tomek setzt sich hin. brieftasche liegt auf dem schoß. tomeks haltestelle kommt. tomek springt auf, steigt aus. brieftasche weg. zwanzig euro drin, aber viel wichtiger: alle papiere. abwarten, sagte ich ihm, kriegste bestimmt zurück.
vor ein paar tagen treffe ich tomek wieder und erkundige mich. ganz toll, sagt er, er hat alles wiederbekommen, es war alles noch da – bis auf die zwanzig euro. natürlich, sag ich, ist ja klar. ist aber gar nicht so schlimm, meint er, denn: am tag bevor er die brieftasche verloren hatte, fand er einen motorradfahrzeugschein vor der nationalgalerie, nahm ihn mit und schickte ihn dem besitzer. an dem tag, als er nun seine brieftasche per post zurückbekam, erhielt er einen zweiten brief, vom motorradfahrzeugscheinbesitzer. darin als dankeschön: zwanzig euro. ausgleichende gerechtigkeit.
was für eine herrlich-verrückte welt!

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berlin, dylan, euro, gerechtigkeit, Musik, ubahn
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