Darf man so etwas kritisieren?
Dave | 25. August 2008Ein Beitrag von Danny Gandy.
Hat ein paar Tage gedauert, Todd Bentley hat aber eine Affaire mit einer anderen Frau zugegeben. Ob körperlich oder nicht, es macht eigentlich ziemlich wenig aus (Matt 5,27ff).
Als nächste bizarre christliche Horrorshow ist Michael Guglielmucci dran, der angeblich unter Krebs leidet und das neue populäre Lied Healer geschrieben hat, übrigens auf der neuen Hillsong CD zu finden. Er geht also auf die Bühne, legt eine dramatische Show hin (mit Atemhilfsgerät usw), obwohl er gar nicht krank ist (zumindest nicht körperlich). Prompt nahm Hillsong das populäre YouTube Video vom Netz.
Im Nachhinein ist es immer einfach zu sagen, siehst du, ich hab’s die ganze Zeit gewusst dass da was faul ist. Klar. Aber (mit vollem Respekt), es kann einfach nicht angehen, jede Kritik abzuschießen wie es z. B. einige Blogger getan haben und jetzt ziemlich sprachlos sind. Lasst uns für ihn und seine Familie beten. Klar. Was ist mit den Leuten, die er verarscht hat (ja, verarscht!), die vielleicht vom Glauben abfallen? Oder diejenigen, die eine wahnsinns-Enttäuschung erleben und Gott hinterfragen? Oder die Medien, die uns jetzt auslachen? Wer ist das Opfer, wer sollte beschützt werden?
Da ich nicht aus der charismatischen Szene komme, habe ich mich bei einigen Leuten erkundigt. Sie bestätigten mir, dass sehr oft dass Hinterfragen von Leitungspersonen oder deren Lehren als Rebellion gegen Gott (oder gegen den Propheten) gesehen wird. Oder dass man im Unglauben ist. Bewusst möchte ich ein Wort benutzen, dass diese Einstellung am besten zum Ausdruck bringt: Bullshit. Es macht mich stinkstinkstinksauer. Nicht nur mich, sondern z. B. auch einen führenden charismatischen Kommentatoren.
Darf man so etwas öffentlich kritisieren? Hier mein Standpunkt: Ja, unbedingt. Es muss in aller Öffentlichkeit angesprochen werden. Hier die Gründe:
- Öffentliche Personen (Autoren, Prediger, Musiker, Schauspieler) sollten auch öffentlich kritisiert werden. In der Gemeinde sollte man face-to-face Probleme ansprechen, erst viel Später die Öffentlichkeit informieren, falls sich keine Änderung getan hat.
- Die Bibel schützt Amtsträger der Gemeinde vor falschen Anschuldigungen (”Gegen einen Ältesten nimm keine Klage an außer bei zwei oder drei Zeugen!” 2Tim 5,19). Die Gemeinde sollte sie schützen.
- Bei Schuldigkeit von Leitungspersonen muss diese Sache in die Öffentlichkeit gebracht werden - als Beispiel und Warnung (“Die da sündigen, weise vor allen zurecht, damit auch die Übrigen Furcht haben!” 2Tim 5,20).
- Wir Leitungspersonen tragen eine besondere Verantwortung. Uns trifft ein härteres Gericht, es reicht nicht aus zu sagen, wir seien bloß alle Menschen… “Werdet nicht in großer Zahl Lehrer, meine Brüder, da ihr wißt, dass wir ein strengeres Urteil empfangen werden!” (Jak 3,1) Wer viel hat, von dem wird viel verlangt.
- Jeder von uns kann fallen. Es geht nicht darum, auf diese Leute herumzuhacken, sondern um die Schafe zu schützen. Lasst uns einfach etwas vorsichtiger sein.
Mit freundlicher Genehmigung von soomah.de.







